Seelsorge Zofingen

Kontakt: Pfarrer Peter Friedli

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Vom Mai und einer besonderen Frau



Sie gilt in unserer Kirche als die Frau schlechthin. Keine hat so viele Titel erhalten.

Sie reichen von der Himmelskönigin über die Gnadenvolle bis zur Helferin der Christenheit. Ihre Darstellungen in der Kunst sind unzählig. Sie wurde seit jeher besungen und verehrt. Zweifellos stehen ihr alle diese Ehrungen zu. Aber sie bergen auch eine Gefahr in sich. Durch die Hoheitstitel wurde sie von den Menschen entfernt und zum unerreichbaren Vorbild. Aus dem Mädchen aus Nazareth wurde eine Frau,  die weit über uns allen thront.

Seltsamerweise wurden aus ihrem Lobgesang, dem Magnifikat vor allem gewisse Stellen hervorgehoben. Gepriesen wurde die Demut Mariens als Magd des Herrn. Die politische, ja geradezu revolutionäre Seite wurde zu gern ausgeblendet.

Er macht die Pläne der Stolzen zunichte; er stürzt die Mächtigen vom Thron und bringt die Armen zu Ehren; er beschenkt mit seinen Gaben die Hungrigen, die Reichen aber schickt er mit leeren Händen fort. (Lk 3,51-53)

Wir täten gut daran, diese Seite des Magnifikats vermehrt ernst zu nehmen. Verehrung allein reicht nicht, Maria will ganzheitlich ernst genommen werden. Als Frau aus dem Volk, die sich als Teil der Geschichte ihres Volkes versteht. Als Frau die sich radikal mit den Armen solidarisiert, die auf Veränderungen durch Gott und mit den Menschen vertraut.


peter friedli, pfarrer




(foto: friedli)

 


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