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Vom Februar und vom Husten


"Do gits nüt z' hueschte", ein Satz der immer wieder zu hören ist.
Vom Wetter her gibt es aber in diesen Tagen einiges zu "husten".
Viele von uns leiden unter hartnäckigen Erkältungen und die Grippe macht die Runde. Es gibt aber noch viele andere Dinge, die zu "husten" geben. Die aktuelle Situation unserer Welt verunsichert viele Menschen. Die Schere zwischen arm und reich öffnet sich immer mehr. Millionen von Menschen verfügen nicht über sichere Lebensgrundlagen. 25'000 Menschen sterben täglich an Hunger, sechs Millionen Kinder sterben jährlich an Hunger und Durchfall, bevor sie fünfjährig sind - weil pro Jahr 24 Milliarden Dollar fehlen, die diese Situation verändern könnten.
Auch in der Schweiz geraten immer mehr Menschen in Existenzschwierigkeiten. An den sozialen Einrichtungen wird kräftig geschraubt und überall soll gespart werden.

Die Nachrichtensendungen sind voller Meldungen über Konflikte und kriegerische Auseinandersetzungen. Das Recht des Stärkeren scheint sich immer mehr durchzusetzen. Die Liste negativer Tatsachen liesse sich beliebig fortsetzen.

Zu "husten" gibt es also Einiges. Gerade für uns Christen darf der Satz, "do gits nüt z'hueschte", nicht in unserem Vokabular vorkommen. Es gibt sehr wohl sehr vieles zu "husten". Hier setzt auch die neue Aktion von "Fastenopfer" und "Brot für alle" an. Gefordert werden sichere Lebensgrundlagen für alle Menschen. „Mehr Gleichberechtigung heisst weniger Hunger“, lautet das Thema der diesjährigen Aktion. Ein menschenwürdiges Leben setzt diese Gleichberechtigung voraus. Besonders wichtig ist dabei der gerechte Zugang zu den Ressourcen unserer Erde. Dies vermindert Gewalt und fördert Frieden zwischen den Menschen Gruppen und Staaten. So schreiben die Hilfswerke: „Am Tisch der Gerechtigkeit teilen Hände die Macht und das Brot und alle werden satt und das Leben besiegt den Tod“.

Lassen wir uns also unser "Recht zu husten" nicht nehmen. Verweigern wir das Schlucken von billigen neoliberalen Hustensirupen und anderen tückischen Heilmitteln!

peter friedli, pfarrer



foto: friedli